Hallo, wir sind WUT Racing, das offizielle Formula-Student-Team der Technischen Universität Warschau. Unser 2011 gegründetes Team bringt ambitionierte Studierende verschiedener Universitäten und Fachrichtungen aus ganz Warschau zusammen, um leistungsstarke Prototypen-Rennwagen mit offenen Rädern für die renommierten Formula-Student-Wettbewerbe in ganz Europa zu entwickeln, zu bauen und zu fahren, darunter in Polen, der Tschechischen Republik und Österreich sowie bei Wettbewerben der SAE International.
Nach einer erfolgreichen Saison 2025, in der unser vorheriges Fahrzeug, der WUT-6, sowohl in der Kategorie Autocross als auch im Engineering Design Podestplätze erreichte, richteten wir unseren Fokus auf die Entwicklung des WUT-7.
Bei der Konstruktion des WUT-7 gaben wir uns nicht mit schrittweisen Verbesserungen zufrieden. Angetrieben von ingenieurtechnischem Ehrgeiz und präziser Datenanalyse konzentrierten wir uns auf kompromisslose Gewichtsoptimierung und eine grundlegende Überarbeitung unserer Fahrzeugdynamik.
Fahrwerk und Kinematik neu gedacht
Unsere Reise begann mit der Integration der neuen Simulationssoftware OptimumG. Nachdem wir deren Rechenmodelle umfassend validiert hatten, haben wir unsere Kinematik komplett neu konstruiert. Wir haben unsere Fahrwerksrohre aus Kohlefaser verlängert, um sicherzustellen, dass sich das Rad auf einer größeren, gleichmäßigeren Bahn bewegt, und gleichzeitig unser Dämpfungssystem komplett neu entwickelt.
In den vergangenen Jahren verwendeten wir eine fettgeschmierte Passschraube, was bedeutete, dass die Reibung des Fahrwerks vollständig vom Anzugsmoment der Schraube abhing. Für den WUT-7 konstruierten wir eine präzise Lageranordnung im Umlenkhebel, um die Bewegung zu standardisieren und unvorhersehbare Reibung zu eliminieren.
Kompromissloser Leichtbau
Um die ungefederte Masse zu reduzieren, haben wir intensiv fortschrittliche Topologieoptimierung eingesetzt. In diesem Jahr haben wir uns jedoch vom Metall-3D-Druck abgewandt. Stattdessen stellten wir uns der Herausforderung, von der Natur inspirierte, kraftoptimierte Geometrien so anzupassen, dass sie mittels präziser CNC-Bearbeitung gefertigt werden konnten.
Durch die Anwendung sorgfältig berechneter Sicherheitsfaktoren und die Neubewertung unserer Annahmen zum Lagerverschleiß auf Basis exakter Lastdaten konstruierten wir neue Radträger und Radnaben, die über 50 % weniger wiegen als die Versionen des Vorjahres.
Ein komplett neues Lenksystem
Unsere bisherigen Lenksysteme setzten auf Kardangelenke oder handelsübliche Kegelräder, die zu viel Spiel erzeugten und aufgrund der hohen Arbeitswinkel unter schnellem Verschleiß litten. In diesem Jahr haben wir ein maßgeschneidertes Kegelradlenksystem von Grund auf neu konstruiert.
Um sicherzustellen, dass die Zahnräder unabhängig von den Toleranzen des Chassis perfekt ineinandergreifen, ist die Lenkposition über Nierenschlitze und spezielle Unterlegscheiben fein einstellbar. In Kombination mit akribisch berechneten Spurstangen aus Kohlefaser haben wir das Lenkspiel nahezu vollständig eliminiert und so das Feedback für den Fahrer deutlich verbessert.
Das Design zum Leben erwecken
Radikale, leichte Bauteile in einer CAD-Software zu konstruieren, ist eine Sache; sie so zu fertigen, dass sie der extremen zyklischen Ermüdung auf der Rennstrecke standhalten, eine andere.
Ein echtes Highlight des WUT-7 sind unsere maßgefertigten Kohlefaserfelgen. Basierend auf dem Keizer-Felgendesign ist die neue Felge 0,5 Zoll breiter, was uns den Einsatz eines größeren Reifens ermöglicht und den mechanischen Grip deutlich erhöht. Die Herausforderung bestand darin, das Carbon-Layup exakt zu berechnen, damit sich die Felge unter den hohen G-Kräften in Kurven nicht verbiegt, ohne dabei unnötiges Gewicht hinzuzufügen.
Um diese breiteren Kohlefaserfelgen mit unseren leichten, CNC-gefrästen Radträgern zu verbinden, benötigten wir fehlerfrei bearbeitete Felgenadapter. Diese kritischen, tragenden Komponenten wurden von Xometry mit der Präzision gefertigt, die erforderlich ist, um hohe Drehmomente und Seitenkräfte zu übertragen, ohne unnötige ungefederte Masse hinzuzufügen.
Unsere neue Fahrwerksgeometrie ermöglichte es uns auch, die Größe der in unsere Kohlefaser-Fahrwerksrohre eingeklebten Aluminiumeinsätze drastisch zu reduzieren. Da diese Einsätze kleiner sind, mussten die Fertigungstoleranzen makellos sein, um die strukturelle Integrität des Fahrwerks über die gesamte Saison hinweg zu gewährleisten. Diese Komponenten wurden mit der exakten Oberflächenveredelung und Maßgenauigkeit geliefert, was uns das Vertrauen gab, unsere ambitioniertesten Konstruktionsentwürfe umzusetzen.
Ausblick und zentrale Erkenntnisse
Unser Team entwickelt derzeit den WUT-7, was die Konstruktion eines neuen Monocoques und eines Stahl-Gitterrohrrahmens umfasst, während wir auf den Erfahrungen mit dem WUT-6 aufbauen. Ein wesentlicher Fokus wird auf der weiteren Optimierung der Fahrzeugdynamik und der Telemetriesysteme liegen, um die Gesamtleistung und Zuverlässigkeit zu verbessern.
Wir stehen auch vor einem intensiven Wettbewerbskalender 2026 mit Formula Student in Tschechien, Österreich und Polen, der eine sorgfältige Vorbereitung und Logistik erfordert. Die Sicherung ausreichender Sponsorengelder und Finanzmittel bleibt eine ständige Herausforderung, um die Kosten für Konstruktion, Fertigung und internationale Wettbewerbe zu decken. Gleichzeitig werden die Integration neuer Teammitglieder, die Aufrechterhaltung hoher technischer Standards und das Streben nach Podestplätzen bei den statischen und dynamischen Disziplinen weiterhin unsere Fähigkeiten in Engineering und Projektmanagement auf die Probe stellen.
Eine der zentralen Erkenntnisse des Teams ist es, technischen Berechnungen zu vertrauen, aber gleichzeitig den Fertigungsprozess zu überprüfen. Es ist einfach, ein mathematisch perfektes, ultraleichtes Bauteil im CAD zu konstruieren; wenn es jedoch nicht präzise zerspant werden kann, bleibt es nur ein Konzept. Der Rat von WUT Racing an Teams, die vor ähnlichen Herausforderungen stehen, lautet: Nutzen Sie die Topologieoptimierung und Kinematik voll aus, aber konstruieren Sie immer mit Blick auf die realen CNC-Fertigungsmöglichkeiten.
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